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„Mit Essen spielt man nicht”. Kommt dir das bekannt vor? Stimmt ja auch, aber doch nur so lange, wie man Essen verschwendet und nicht aufisst. Denn Essen kommt schließlich auch oft genug phantasievoll verkleidet daher. Denk nur an den „falschen Hasen”, der eigentlich ein Hackbraten mit eingebackenem Ei in der Mitte ist. Oder die „Beamtengans”, die in Wirklichkeit ein Schweinebraten ist. Wenn man in Köln z. B. einen „halven Hahn” bestellt, liegt schließlich kein halbierter Gockel auf dem Teller, sondern ein halbes Roggenbrötchen belegt mit mittelaltem Gouda. Außerdem gibt es noch Nudeln, die wie Schleifchen aussehen, sowie Eis in Spaghetti-Optik oder kleine Kartoffelpüreeröllchen, die aussehen wie Minibettwürste, aber Kroketten heißen.

Kulinarische Genüsse haben also doch sehr viel mit schönem Schein und spielerischem Umgang zu tun. Deshalb ist es ein großer Spaß, mit Einfallsreichtum und Phantasie auch mal eine Liaison von Speisen und Blumen auszuprobieren. Die Blumen dienen dann sozusagen als natürliche und optische Geschmacksverstärker.
Hier findest du ein paar Rezepte: Du besorgst dir kleine Joghurtbecher oder Muffinformen und füllst diese abwechselnd mit Gebäck und kleinen Chrysanthemensträußchen. Abschließend drapierst du darauf als i-Tüpfelchen eine Gebäck- oder Zimtstange mit hübscher Bandverzierung. Sieht doch super aus!
Zum Adventskaffee präsentierst du deine Winzlingskuchen aufgebrezelt mit Chrysanthemenblüten auf dekorativen Eisschalen umgeben von den unvermeidlichen Weihnachtskugeln. Voll süüüüß!
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Nein Mami, wirklich nicht! Ich möchte keinen Geburtstagskuchen. Ich weiß, du meinst es nur gut und du gibst dir auch immer so viel Mühe mit der Verzierung: Allerdings bin ich der Überzeugung, dass ich allmählich aus dem Alter raus bin. Laut Wikipedia ist der Geburtstagskuchen seit Mitte des 19. Jahrhunderts fester Bestandteil der Kindergeburtstage in der westlichen Kultur. Er geht in Deutschland auf die sogenannten Kinderkränzchen zurück, die Anfang des 18. Jahrhunderts Adel und bürgerliche Oberschicht veranstalteten. Die Kinder sollten bei diesen Feiern ein standesgemäßes Verhalten gegenüber Gästen erlernen. Das Bürgertum übernahm diese Sitte und seit etwa 1850 gehört auf den Geburtstagstisch ein Geburtstagskuchen.
Doch inzwischen kann ich mich benehmen, und der Kuchen hat seine Schuldigkeit getan. Ich hatte sowieso in all den Jahren nach jedem Stück das Gefühl, ich müsse eine saure Gurke nachschieben. Sei nicht böse, aber es gibt ja eine echte Alternative.
Binde z.B. einen Reigen grüner Stangenbohnen (es können auch Spargel, Möhren oder Staudensellerie sein) um ein rundes Stück Steckschaum und platziere dort Chrysanthemen oder andere Blumen mit robusten Stielen wie Nelken, Rosen oder Gerbera. Du kannst dir wilde Kreationen ausdenken. Statt Geburtstagskuchen satt eine Floraltorte zum Sattsehen, ja das ist es doch!
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Der Zeitgeist tickt: “Es wird wieder selber gestrickt” und schon tauchen in diversen Frauenzeitschriften seitenweise Strickanleitungen auf, ganze Modestrecken präsentieren spindeldünne Modells in dicken Zopfpullis oder langen Patentjacken. Trendforscher behaupten, dass wir uns wieder spüren wollen, sie sagen, dass das Handgemachte und Fehlerhafte ´authentischer´ wirkt.
Das stimmt, dachte ich, als ich zum erstenmal meinen selbst gestrickten Schal um meinen stolz geschwellten Hals wickelte. So ein Quatsch, diese Trendheinze spinnen, dachte ich zwei Monate später, als ich eben jenen Hals durch den viel zu klein geratenen Ausschnitt meines selbst gestrickten Pullovers zwängte. Und die Ärmel, meine Güte, viel zu kurz und unter den Achseln super eng.
Tu du´s mit Blumen, wie viel Weisheit liegt in diesem Lifestyle-Motto. Das mache ich mir zu eigen, zum Glück hab ich noch beide Hände frei.
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Durchschnittlich zwei Teller Suppe pro Woche löffelt der Deutsche laut Statistik, Tendenz steigend. Suppen erleben ein Comeback als Teil einer kreativen, sinnlichen, qualitäts- und figurbetonten Esskultur. Längst ist aus den Metropolen New York und London, den sogenannten „melting pots”, der Trend der Suppenbars auch über unser Land geschwappt. Überall löffeln eilige Geschäftsleute und Touristen die Süppchen aus, die ihnen Trendköche eingebrockt haben. Wie leicht, bekömmlich und gesund eine Suppe ist, hängt selbstverständlich von den Zutaten ab. Ein kräftiger Eintopf, in dem der Löffel zwischen Gemüse-, Kartoffel- und Fleischstücken stecken bleibt, erhält natürlich mehr Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß als ein schmächtige Brühe, die den hungrigen Esser aus einem einsamen Fettauge anschaut. Alles in allem ist die Nährstoffdichte einer Suppe allerdings recht hoch und in der Regel bleibt einem nach dem Verzehr derselben eine Verdauungsnarkose erspart.

Das muss gefeiert werden, dachte man 1996 und gründete kurzerhand das Deutsche Suppen-Institut: Und folglich begehen wir in diesem Jahr zum 13. Mal den Deutschen Suppentag. Dieser fällt übrigens immer auf den Buß- und Bettag und in diesem Jahr zufällig auch auf den Internationalen Welt-Toilettentag. Das ist doch alles komplett versuppt, findet ihr nicht?
Also ich warte nicht auf den 19. November, sondern koch mir mein eigenes Süppchen; passend zur Jahreszeit wäre Kürbis doch köstlich. Und natürlich wird der leckere Löffelschmaus mit Chrysanthemenblüten verfeinert. So sieht´s doch sup(p)i aus.