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Bitte ein bisschen Mitgefühl: Heiß geliebt und kalt verstoßen

Wärmflaschen

Ihr kennt es alle: Das Standardmodell Doppel- oder Halblamelle mit bis zu 2,5 Litern Fassungsvermögen. Wird es mit heißem Wasser gefüllt, riecht es erst ein wenig sonderbar, aber dann verströmt es prall glucksend selbstlos wohlige Wärme. Und ab damit ins Bett, in das nur Auserwählte Zutritt haben. Sie allerdings darf hinein, die Wärmflasche. Nicht nur mit der exklusiven Ausführung, die mit Fell-, Kaschmir- oder Filzhülle überzogen ist, nein selbst mit der nackten Volkswärmflasche kuschelt sich so mancher Erwachsene in die Kindheit zurück.

Zugegeben, so richtig passt sie nicht mehr in unser modernes Leben. Sie erinnert an Mottenkugeln, Bohnerwachs, Heizkörperverdunster oder Pflanzenbesprühflaschen. Und wo wird sie meist aufbewahrt? Richtig, im Bad. Dort hängt sie dann dreiviertel des Jahres nutzlos herum oder sie fristet ihr kümmerliches Dasein in einer uneinsehbaren Nische und wartet auf kalte Füße oder Bauchweh.

Erst heißgeliebt und dann kalt verstoßen. Das ist ihr Schicksal. Denn wer kennt nicht das unangenehme Gefühl im Halbschlaf, eine große, kalte Glibberkröte am Fußende liegen zu haben. Und schwupps befördern die Füße, die sich Stunden zuvor noch dankbar anschmeichelten, das Gummiding mit einigen kräftigen Tritten aus dem Bett.

Das ist so was von gemein und schreit nach Mitgefühl. Und eine zündende Idee gibt es natürlich auch schon. Füll den Gummikörper doch mal mit kaltem Wasser und mit schönen Blumen und häng ihn gut sichtbar auf! Solchermaßen umfunktioniert, erhält deine Wärmflasche eine Seele, die dein Herz erwärmt.

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